Das Flammer-Syndrom beschreibt Symptome und Zeichen, welche aus einer Veranlagung zu einer erhöhten Empfindlichkeit resultieren.
Im Zentrum ist  die primäre vaskuläre Dysregulation (PVD) mit einer veränderten, meist erhöhten Reaktivität der Blutgefässe auf Stimuli, wie z. B. Kälte oder emotionaler Stress, und der daraus resultierenden Phänomene, wie z. B. kalte Hände. 
Die erhöhte Empfindlichkeit betrifft auch andere Wahrnehmungen wie Gerüche, Schmerzen, Vibrationen oder Medikamentenwirkungen etc.

Das folgende Bild illustriert, dass das Flammer-Syndrom (vereinfacht ausgedrückt) ein Gegenpol zu dem besser bekannten Metabolischen Syndrom darstellt. 


Der Kern des Flammer-Syndroms ist die sogenannte primäre vaskuläre Dysregulation (PVD).
PVD hat folgende mögliche Konsequenzen:

  • Eine schwache Reduktion der Durchblutung kann zwar unangenehm sein, hat aber normalerweise keine langfristigen Konsequenzen.
  • Ist die Fehlregulation hingegen sehr stark, z.B. mit einem lokalen Vasospasmus, kann das in seltenen Fällen sogar einen Infarkt im betroffen Gewebe zur Folge haben.
  • Viel häufiger aber führt eine Dysregulation, v.a. eine gestörte Autoregulation der Augendurchblutung, zu einer instabilen Sauerstoffversorgung im betroffenen Gewebe. Dies steigert lokal die Produktion von feien Sauerstoffradikalen.  Zum Glück hat die Natur Mechanismen entwickelt, um diese Radikale wieder zu beseitigen. Überschreitet die Produktion von freien Radikalen aber diese Kapazität, dann schädigt der resultierende oxidative Stress gewisse Zellanteile und kleine Schäden am Gewebe können sich über die Zeit langsam aufsummieren.