Das Flammer-Syndrom an sich ist meist harmlos und bedarf keiner Therapie. Leiden die Betroffenen hingegen stark unter ihren Symptomen oder treten assoziierte Krankheiten - wie z. B. das Normaldruckglaukom - auf, dann sollte man eine Therapie in Erwägung ziehen. Die Intensität einer Therapie ist natürlich abhängig vom Schweregrad der Symptome. Es gibt unterdessen jahrelange klinische Erfahrung mit diesen Therapien, aber leider noch kaum grosse kontrollierte Studien.

Die Therapie basiert auf 3 Säulen:  (a) Lebensstil  (b) Ernährung (c) Medikamente

Lebensstil

Die meisten Menschen mit Flammer-Syndrom wissen, welche Umstände und Faktoren ihre Symptome auslösen oder verstärken. Diese sollten, wenn möglich, vermieden werden. Konkret kann das bedeuten: Guter Schutz vor Kälte, Stressabbau (evtl. mit Hilfe von autogenem Training oder Yoga), gesunder Schlafrhythmus und regelmässiger, aber nicht exzessiver Sport.  Langsames Anpassen an grössere Höhen, etc. Gewisse vasokonstriktve Medikamente sollten möglichst vermieden werden, gewisse andere Medikamente in geringerer Dosis als normal genommen werden.

Ernährung

Sehr Schlanke haben mehr Symptome. Deswegen sollte ein Normalgewicht angestrebt werden. Fastenperioden können Symptome verstärken. Deswegen sollten man als Betroffene/r darauf verzichten. Ist der Blutdruck tief, so sollte die Salz- und Flüssigkeitseinnahme gesteigert werden. Die Regulation der Blutgefässe wird durch die Einnahme von Omega-3- Fettsäuren, am besten in Form von Fisch verbessert. Da bei Flammer-Syndrom die instabile Durchblutung den oxidativen Stress erhöht, sollte die Ernährung möglichst antioxidativ sein, z.B. Grün- und Schwarztee, Kaffee, Rotwein, blaue Früchte und Beeren, Tomaten, Kakao (dunkle Schokolade) etc.

Medikamente

Magnesium (mindestens 10-20 mmol Magnesium täglich) verbessert die Regulation der Durchblutung. Die einzige Nebenwirkung kann Durchfall sein, das verschwindet aber schnell, wenn die Dosis reduziert wird. Reicht das nicht aus, so wird Magnesium mit einem sehr niedrig (!) dosierten Kalziumantagonisten kombiniert. Das muss aber unter ärztlicher Kontrolle geschehen. Viele weitere Substanzen werden zurzeit untersucht. Bewährt hat sich bereits Ginkgo biloba.