Allgemein 

Epidemiologie:
Glaukom kommt in allen Regionen der Welt vor. Die Art der Glaukome ist aber zum Teil erheblich verschieden. So leiden z.B. Japaner häufiger an einem Normaldruckglaukom, während die Nordamerikaner eher an einem Hochdruckglaukom leiden.


Mechanismen des Augendruckanstiegs:
Die Ursache für den Druckanstieg ist bei gewissen Glaukomformen (z.B. Engwinkelglaukom) geklärt. Warum es beim primären Offenwinkelglaukom zum Druckanstieg kommt, ist allerdings bis heute noch nicht völlig geklärt
.

Genetik:
Es gibt gewisse Glaukomformen, die genetisch bedingt sind. Bei der grossen Mehrzahl der Glaukompatienten ist noch offen, ob und wie eine genetische Veranlagung mitspielt.


Entstehung des Glaukomschadens:
Nebst der mechanischen Schädigung durch den Augendruck spielt die Augendurchblutung eine zentrale Rolle (s. 'Glaukomforschung in Basel').


Diagnose des Glaukomschadens:
Es werden immer mehr Instrumente entwickelt, um den Glaukomschaden zu diagnostizieren und zu quantifizieren. Besonders interessant sind neue Biomarker (s. 'Glaukomforschung in Basel').


Psychophysik:

Glaukom führt zu Störungen im Gesichtsfeld, in der Farbwahrnehmung, im Kontrastsehen und in der Dunkeladaptation. Weitere Details über das Messen des Gesichtsfeldes (Perimetrie) s. 'Glaukomforschung in Basel'.


Glaukombehandlung:
Nebst der Augendruck-Senkung gibt es alternative Möglichkeiten zur Behandlung des Glaukoms (s. 'Glaukomforschung in Basel').
Der Augendruck kann mit Laser, Operationen und vor allem mit Medikamenten gesenkt werden.


Glaukomforschung in Basel
 

Glaukomforschung an der Augenklinik des Universitätsspitals Basel:
Die Basler Forschungsgruppe hat Ihre Forschungsaktivität hauptsächlich auf die Rolle der Durchblutung bei der Entstehung des Glaukomschadens konzentriert. Dies geschieht auf mehreren Ebenen.


Klinische Studien:
Bei Glaukompatienten wird der Blutfluss im Auge sowie in anderen Organen mit verschiedenen Methoden gemessen und mit gesunden Kontrollpersonen verglichen. Dabei hat sich gezeigt, dass der Blutfluss bei Glaukompatienten oft bereits in Ruhe im Auge und auch in anderen Organen reduziert ist.

 viel wichtiger aber ist die Beobachtung, dass die Regulation der Durchblutung gestört ist. So kommt es beim Abfall des Blutdruckes oder beim Anstieg des Augendruckes nicht zu einer adäquaten Regulation, um die Durchblutung konstant zu halten. Auch auf andere Stimulationen wie z.B. flickerndes Licht, Kälte, emotionaler Stress, etc. reagieren die Blutgefässe nicht wie erwartet. Man spricht von einer Fehlregulation der Blutgefässe oder von einer vaskulären Dysregulation.


In vitro Studien:

An isolierten Blutgefässen und an isoliert perfundierten Augen wurde gezeigt, dass die Endothelzellen der Blutgefässe entscheidend mitbeteiligt sind an der Regulation der Durchblutung. Viele verschiedene Medikamente wurden auf ihren Effekt und ihren Wirkungsmechanismus getestet.


Methoden zur Messung der Durchblutung:

Die Basler Gruppe hat verschiedenste Instrumente, welche die Durchblutung an Blutgefässen des Auges und anderen Stellen des Körpers misst, geprüft und hat auch eigene Messverfahren entwickelt. Ein euer interessanter Parameter ist der retinale Venendruck.


Diagnose des Glaukoms:

Es gibt zwei Aspekte: 1. Liegt ein relevanter Schaden vor und wenn ja ist er progredient und 2. Was ist die Ursache des Schadens. Den Schaden sieht man v.a. am Sehnervenkopf und im Gesichtsfeld.  
Anspruchsvoller ist die Analyse der Ursache: gut bekannt ist er erhöhte Augendruck als Risikofaktor.  Je tiefer der Augendruck bei dem ein Scahden auftritt oder fortschreitet, umso wahrscheinlich liegen Durchblutungsprobleme vor. Dabei am wichtigsten sind  ein zu tiefer Blutdruck und / oder eine vaskuläre Dysregulation.

Die Basler Gruppe hat sich zusätzlich mit der Entwicklung von Biomarkern beschäftigt. Im Blut und insbesondere in den Lymphozyten des zirkulierenden Blutes kommen Veränderungen vor, welche auf ein Glaukom schließen lassen und die uns auch Hinweise geben, über welchen Mechanismus der Glaukomschaden beim entsprechenden Patienten entstanden ist.

Glaukomchirurgie:
Die Basler Gruppe wendet einerseits die klassischen fistulierenden Operationen an, hat aber auch neue Operationsmethoden entwickelt und erforscht, wie z.B. die nahtlose Trabekulektomie mit einem langen Tunnel oder die Viskokanaloplastik etc.


Dokumentation:
Die verschieden wissenschaftlichen Arbeiten wurden in Büchern und Zeitschriften publiziert (s. Literatur)